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Kastration weiblicher Kaninchen


Nicht jedermanns Sache, aber ein wichtiger Beitrag zu Gesunderhaltung dieser kleinen Tiere.

Kaninchen | Tierarztpraxis-Hanau.de

Dass männliche Kaninchen (Rammler) kastriert werden sollten, hat sich eher unter den Kaninchenhaltern her­um­ge­spro­chen. Dass aber auch weib­liche Kaninchen kastriert werden sollten, ist noch wei­test­ge­hend unbekannt.

Warum sollte man ein Weibchen kastrieren, wenn der Rammler schon kastriert ist und kein Nachwuchs kommen kann?

Folgendes sind die wichtigsten Argumente:

  • Das Risiko einer Gebärmutterentzündung ist recht hoch.
  • Das Risiko von bösartigen Gebärmut?terkrebs, der auch noch Lungenmeta?stasen auslöst, ist ebenso sehr hoch.
  • ?zickige? Mädels werden nach der Ka?stration ruhiger.
  • Scheinschwangerschaften bleiben aus.
  • Gesäugetumore sind viel seltener.
  • Häufige ?Bauchschmerzen? verschwin?den, wenn die Gebärmutter der Auslö?ser der Beschwerden ist.
  • Eine ?kastrierte? Kaninchengruppe ist viel ausgeglichener.

Ob ein Kaninchen an der Gebärmutter erkrankt ist, wird teilweise sehr spät erkannt. Die Symptome sind ähnlich mit Verdauungs- oder Bla?senproblemen und werden dadurch oft falsch gedeutet. Hat das Weibchen häufig ?Bauchschmerzen? und muss behandelt werden, kann eine Gebärmutterentzündung dabei nicht aus­ge­schlos­sen werden. Stellt man Blut im Urin fest oder sogar blutigen Ausfluss aus der Scheide, ist das Problem schon weit fort­ge­schrit­ten. Beim Abtasten des Bauchs (Abdomens) stellt man dann häufig Abwehrreaktionen fest oder fühlt sogar harte Massen. Ein Röntgenbild und/oder Ultra?schalluntersuchungen sind sehr hilfreich. Auf der röntgenologischen Übersichtsaufnahme kann man auch sehen, ob im schlimmsten Falle schon Metastasen in der Lunge erkennbar sind. Mit dem Ultraschall lässt sich er­ken­nen, ob die Gebärmutter allein betroffen ist oder auch schon andere Organe im Bauchraum befallen sind, so wie (leider häufig) die Leber, z.B. wenn ein Adenokarzinom (bösartiger Tumor) vor­liegt. Sind die Le?ber und die Lunge mit befallen, so ist es leider schon zu spät für eine Operation. Deshalb vorher schon kastrieren lassen.

Große Angst vor der Narkose des Tieres!
Ein gewisses Narkoserisiko besteht immer, aber die ?neuen? Narkosemittel / Beruhigungsmittel in Kombination mit der In­ha­la­tions­nar­kose reduzieren das Risiko auf ein Minimum.

?Die ?Mädels? könnten ihre Bauchwunde aufbeißen!?
Solche Sorgen können wir nicht bestätigen. Wir mussten bis lang noch keine Naht erneut nähen. Ein Grund für die guten Erfahrungen könnte sein, dass wir ein Intrakutannaht durchführen, so dass nur je ein Knoten am Anfang und am Ende der Naht sichtbar sind. Neuere Erfahrungen mit einem Gewebe?kleber habe sich auch als sehr positiv erwiesen.

Was ist wenn sie nach der Narkose nicht fressen?
Wir achten darauf, dass schon während der Operation ein Schmerzmittel seine Wirkung entfalten kann. Dieses bekommt der Patient natürlich auch nach der Operation für 2-3 Tage zur Eingabe mit. Es gibt Kaninchen, die sofort fressen. Andere müssen aufgepäppelt werden, evtl. mit Brei (extra für Kaninchen) zwangser?nährt werden, bis sie wieder selbstständig fressen. üblicherweise gelingt das auch spätestens nach 1-2 Ta?gen.

Sprechen Sie mit anderen Kaninchenhalten, die ihre weiblichen Kaninchen kastriert haben. Diese sind davon überzeugt, dass es die richti?ge Entscheidung war, und würden es in der Zukunft bei jedem weiteren Kaninchen wie?derholen. Vielleicht treffen sie auch andere, die es nicht wussten, und deren Kaninchen leider die Folgen spüren mussten. Diese sind jetzt auch überzeugt ihre zukünftigen ?Weibchen? kastrieren zu lassen.

Denke Sie bitte darüber nach!
Bei weiteren Fragen stehen wir natürlich zur Verfügung.

 

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Hanau, im September 2010
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